
Rasse: Ungarisches Steppenrind
Art: Rind
Farbe: Die Färbung der Tiere ändert sich mit der Anzahl der Lebensjahre. Die Kälber sind nach der Geburt rötlich-gelb, wobei verschiedene Schattierungsgrade von hell bis dunkel unterschieden werden können. Im Alter von zwei bis drei Monaten hellt sich das Fell auf und beginnt grau zu werden. Zwischen dem vierten und sechsten Monat nehmen sie vollständig die graue Farbe an. Bei ausgewachsenen Graurindern kommen verschiedene Abstufungen von silberweiss bis aschgrau vor.
Gewicht: m: 800-960 kg, f: 500-600 kg
Grösse: m: 150 cm, f: 136 cm
Land: Ungarn
Beschreibung: Das Ungarische Steppenrind ist schlank, grossrahmig und hochbeinig. Die Rinder sind robust, anspruchslos, leichtgebärend und langlebig. Die meist genau nach oben weisenden Hörner sind lang, gebogen und ausladend. Stiere können bis zu 80 cm lange Hörner haben.
Verbreitung: Mit der Gründung des Nationalparks Neusiedlersee-Seewinkel und der Wiedereinführung der traditionellen Beweidung durch die Nationalparkverwaltung bekam das Ungarische Steppenrind eine neue Aufgabe: die Landschaftspflege. Rund 500 Tiere weiden heute in der Steppe nahe dem Neusiedlersee und verhindert damit deren Zuwachsen, die Haltung folgt den Richtlinien des biologischen Landbaus.
Geschichte: Zu Zehntausenden wurden ungarische Steppenrinder im 16. und 17. Jahrhundert auf die Märkte Wiens getrieben, ob, wie es gerne dargestellt wird, wegen ihrer exzellenten Fleischqualität oder, was naheliegender wäre, wegen ihrer idealen Eignung für die extensive Haltung in Steppenlandschaften. Auch die Frage, ob die im 9. Jahrhundert aus den Weiten Zentralasiens Einwanderer Ungarns das Steppenrind mitgebracht hatten, ist nicht restlos geklärt. Sie wurden auch gerne als Arbeitstiere auf den grossen Höfen eingesetzt. Die Mechanisierung der Landwirtschaft und die Umstellung auf eine intensivere Viehhaltung setzten dem Steppenrind zu, nach dem zweiten Weltkrieg war die Population auf knapp 200 Tiere geschrumpft. Gerettet wurde es durch ein Erhaltungsprogramm in Ungarn.
Morphologie: An der Wurzel des Horns bilden die längeren Haare der Kühe einen Haarkranz, während sie bei den Stieren gelockt sind. Die Wimpern sowie die Fortsätze an den Ohren und die Schwanzquaste sind schwarz. Die Haut ist schiefergrau, nur zwischen den Oberschenkeln, am Euter und an den Ohren ist sie rosa.
Besonderheiten: Männchen und Weibchen haben beide 70-80 cm lange Hörner.
Farbe grau oder hellgrau, Stiere besitzen dunkleren Hals, Brust und Beine
Hornspitzen schwarz
starke Konstitution, Körper groß, hochbeinig und lang
prominenter Widerrist
gut entwickelte Muskulatur
gute Haut- und Fellqualität
Anpassung an das örtliche Steppenklima
Härte, Eignung für raue Weidebedingungen
Futtergenügsamkeit
Langlebigkeit
Krankheitsresistenz
Gewicht Kühe 750 kg, Stiere 1100 kg
gute Fleischqualität
Milchleistung 2460 – 2920 kg mit 4,2 – 4,3 % Fett
Nutzung: Arbeit, Fleisch, Transport
Leistung: Gute Ausdauer als Zugtiere.
Quelle: http://www.fao.org/docrep/009/ah759e/AH759E08.htm